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Der Obelisk

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Die wilde Virginia

 

Ich war’s nicht, Freunde, ich war’s nicht
Keine Ahnung, das war alles schon so
Diese Sachen, weswegen alle durchdrehn
Ich kann echt nichts dafür, Mann.

Das war die wilde Virgina

Draufhalten, losballern
Zeter und mordio
Knochenbrecher, Blutsauger
Ich bin mir absolut sicher:

Ich hab sie gesehen.

Die da, die dort im Treppenschacht verschwindet
kein Make-Up, schwarze Tasche, grauer Anzug
iPhone mit Schutzhülle, blasser Blick
schärft nachts ihre Nägel zu funkelnden Klauen
trägt Flügel und grelle Tattoos
randvoll mit Zorn
und geht auf die Jagd.

Die wilde Virgina
geht nachts auf die Jagd
Ich muss mich wappnen.

Vorüber

 

An irgendeiner Stelle ist es schief gegangen,
ich habe irgendeine Kurve nicht gekriegt.

Die Dinge fließen so vorüber, so zäh, so bedeutungslos, so teigig.

Ich stehe auf, ich arbeite, ich esse, ich schlafe ein.
Ich kommuniziere, ich lade mein Handy auf,

Ich habe während der Busfahrt Gedanken,
die ich bald vergesse.

Wenn es regnet, ist mir kalt,
deswegen reise ich manchmal in den Süden.

Und dort amüsier ich mich dann.
Sangria, Karaoke, sich niederknüppeln, geile Weiber –
leckts mich am Arsch.

Unter Dieben

 

Oder jump vom Hochhaus
Oder sauf auf Teufel komm raus
ohne mich.
Oder mach’n London Trip
Oder halt dich Fitness-hip
ich nicht, nee ohne mich.

Bleib mal weg.
Ich grab mich lieber ein.
Das hier ist meine Muschel.

Oder zieh ne Line Koks
Und dann ne Woche Game of Thrones
Wenn du meinst, ohne mich.
Oder bohr dir’n Loch ins Knie
Thrill dich mit Homöopathie
Naja, ich nicht.

Dies ist das Meer.
Ich tauche rückwärts ein.
Dir gehts doch besser ohne mich.

Lass mich mal hier treiben mit den Haien, alles klar.
In deinen Armen ersaufe ich, also komm mir nicht zu nah.
Coz me, I’m in Love, Girl, ich bin halt im Lieben
eher so der Stille, ein Bettler unter Dieben.

Irgendwie OK

Hallo Mama, mach dir keine Sorgen,
es geht mir gut, den Umständen entsprechend.
Du weißt ja, ich schaff das.
Bin nur damals am falschen Tag
mit dem falschen Bein aufgestanden,
in den falschen Zug gestiegen,
in die falsche Richtung gefahren,
in der falschen Stadt angekommen,
hab den falschen Job angenommen,
den falschen Mann kennen gelernt,
die falsche Wohnung in falscher Lage völlig falsch eingerichtet,
und die Sonne scheint falsch unter falschem Himmel und
ich empfinde falsche Freude mit den falschen Freunden,
lebe unter falschem Namen das falsche Leben,
aber he: Das machen doch alle, oder?
Küsschen!